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Storytelling: Der Chemiekasten des Geschichtenerzählens

Gute Geschichten begeistern und bewegen. Und das ist keine romantisch-kitschige Vorstellung, sondern biologische Realität. Der Grund dafür: Sogenannte Botenstoffe, die „Grundsteine der Emotion.“ Ein Überblick über die wichtigsten Vertreter.

 

Dopamin: Glückshormon mit Suchtfaktor

Dopamin ist der „Motivator“ im Körper – der Botenstoff, der Menschen handeln lässt und ihn für das Erreichen von Zielen belohnt. Das Abhaken einer To-Do-Liste, das ankommende Paket vom Versanddienst, das „Like“ für einen Post: All das schüttet Dopamin aus und kann zu fast suchtartigen Phänomenen führen.

Im Storytelling wird beim Zuschauer Dopamin frei, wenn der Protagonist nach langem Kampf sein Ziel erreicht, Hindernisse überwindet – oder ganz einfach, wenn eine neue Folge der Lieblingsserie online geht. Ein starkes Argument für serielles Erzählen!    

 

Serotonin: Der große Stabilisator

Auch Serotonin ist für unser Glücklichsein entscheidend verantwortlich – jedoch auf ganz andere Weise: Im Gegensatz zum „Zappelphilipp“ Dopamin ist Serotonin so etwas wie unser „innerer Buddha“ – es gibt uns das Gefühl von Gelassenheit, Ausgeglichenheit und zufriedener Entspannung. Und dieses Gefühl der Sicherheit empfindet der Mensch besonders in der Geborgenheit von Familie, Freunden oder auch Kollegen!

Darum ist die Bedeutung von Serotonin im Storytelling auch und besonders für den internen Gebrauch von Geschichten interessant. Denn das Kreieren und Teilen von Geschichten – über und innerhalb des eigenen Unternehmens! – erhöht nachweislich den Serotoninspiegel im eigenen Körper. Das Storytelling ist ein ideales Mittel, den Stolz auf die eigene Arbeit zu erhöhen und damit die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern.

 

Oxytocin und Cortisol: Zusammen ist man weniger allein

Noch „verbindender“ wirken diese beiden Neurotransmitter im Rahmen einer Story: Zunächst einmal ist da das Oxytocin, auch „Kuschelhormon“ genannt. Es wird immer dann vom Gehirn produziert, wenn sich zwei Menschen nahekommen: Liebespaare, Freunde, Eltern und Kinder. Und es kann durch Geschichten hervorgerufen werden – die romantische Komödie oder die Erzählung vom verlorenen Sohn beispielsweise. Oxytocin hat einen enormen Einfluss auf unser Verhalten: Es sorgt für Vertrauen und Bindung – zwei Werte, die wohl jedes Unternehmen gerne von Partnern und Kunden entgegengebracht bekommen möchte.

Am besten funktionieren die „Oxytocin-lastigen“ Geschichten im Zusammenspiel mit Cortisol, dem „Stresshormon“. Beim Ansehen eines Films oder Lesen eines Buches werden wir durch die Ausschüttung von Cortisol neugierig. Wir wollen wissen, ob unser Held einer gefahrvollen Situation entgeht, ob James Bond den Schurken dingfest machen kann etc.: Cortisol sorgt dafür, dass wir dabeibleiben. Denn wir sind neugierig auf das, was noch passieren wird, bis am Ende das Happy End naht. Genau deshalb ist der Spannungsbogen für das Storytelling so unendlich wichtig: In der heilen Welt der Werbung hat niemand etwas zu verlieren – und darum gibt es auch nichts zu gewinnen. Vor allem keine Spannung.   

 

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